Foto-
Kiboko

Iran

Mit 16 Zylindern in die Berge

Iran - Vorwort

Aus dem Iran dringen nur wenige Informationen. Oft sind diese von den Medien negativ belegt. Aber dieses unbekannte, faszinierende Land öffnet sich zaghaft. Die Tür steht einen Spalt breit offen. Die geopolitische Großwetterlage kann sich schnell ändern. Mühsam ausgehandelte Verträge werden plattgetrampelt. Vielleicht ist die Tür bald wieder zu und die Chance vertan. Kiboko nutzt die Gelegenheit und schließt sich im Mai 2017 einer Gruppe von Eisenbahn­fotografen an. Das Fotografieren von Eisenbahnen ist im Iran streng verboten. Eine individuelle Eisen­bahn­fotoreise ist daher nicht ratsam.

Höchste Eisenbahn

Der Iran ist geprägt von Wüsten und Bergen. Das Elburs- und das Zagrosgebirge durchziehen das Land mit über 5000m bzw. 4500m hohen Bergen. Die Transiranische Eisenbahn überwindet die Gebirgsketten mit starken Steigungen, engen Kurven und Schleifen, kühnen Brücken und viele Tunnel. Die Eisenbahn­trassen wurden in schwindelerregender Höhe in die Felswände von Schluchten gesprengt. Die Passhöhen liegen bei 2217m im Zagros-Gebirge und 2130m im Elburs-Gebirge. Zum Vergleich: Die höchsten Alpenpässe der Hauptbahnen sind viel niedriger (Brenner 1374m, Arlberg 1311m, Lötschberg 1240m und Gotthard 1150m).

Im Betrieb überwiegen Amerikanischer Diesellokomotiven bzw. deren Lizenzbauten. Sie basieren auf Konstruktionen aus den 1950er, 60er und 70er Jahren. Es besteht ein großer Modernisierungs­bedarf. Einige moderne Lokomotiven von Siemens, Alstom und aus chinesischer Produktion sind bereits im Einsatz. Nach der Lockerung der Sanktionen sind viele neue Lokomotiven bestellt. Die Strecken sollen zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden. Das Bild der Iranischen Eisenbahn wird sich in den nächsten Jahren stark verändern. Somit ist es "höchste Eisenbahn" die Iranischen Eisenbahnen zu entdecken.

Eisenbahnfotoreise

Durch zähe Verhandlung, detaillierte Planung des Reise­veranstalters, viel Geld, einer Genehmigung vom Transport­ministerium, dem Segen und Unterstützung der Staatsbahn, unter Beobachtung von Polizei, unter genauer Beobachtung von dubiosen "Schlapphüten" und der Durchsetzungs­fähigkeit der Iranischen Reiseleiterin - es durfte kein Iraner Widersprechen - ist eine sehr intensive Eisenbahn­fotoreise gelungen.

Reiseverlauf

Die folgende Liste zeigt die einzelnen Stationen der Reise. Die Links ermöglichen einen direkten Sprung zu den einzelnen Reisezielen. In der Fotoreportage befindet sind auf jeder Seite ein Link zu dieser Seite (Reiseanfang). Damit könnt Ihr einzelne Themen direkt auswählen.

Millionär

In Teheran fallen wir aus dem A320 der Austrian Airlines. Die Einreiseprozedur ist problemlos. Schnell noch etwas Geld getauscht. Schon ist Kiboko Millionär! Sogar doppelter Millionär! Geiles Gefühl! Für 50 EUR gibt es über 2,5 Millionen Rial! Das Portemonnaie beult sich aus. Kiboko kann auf dicke Hose machen.

Beim Geld rechnen die Iraner in 10.000er. Die "50" bedutet 50*10.000 = 500.000. Auf der Rückseite sind dann die 500.000 komplett dargestellt. Viele Preise werden in 10.000er angegeben. Also aufpassen, wenn Preise etwas sehr günstig erscheinen.

Millionär
Bild 1: Millionär

Nachtzug nach Tabriz

Weiter geht es zum Bahnhof. Der Nachtzug nach Tabriz steht schon bereit. Der Zug zieht 60-899, eine GT26CW von General Motors.

Nachtzug nach Tabriz mit 60-899
Bild 2: Nachtzug nach Tabriz mit 60-899

Kiboko möchte Euch auf eine Reise zu den spektakulärsten Eisenbahn­strecken im Iran mitnehmen. Bitte Einsteigen! Vier Reisende teilen sich ein Schlafwagen­abteil. Pünktlich verläßt der Zug Teheran in Richtung Tabriz. Rumpelnd schaukelt der Schlafwagen auf durchgehend geschraubten Gleisen durch die Nacht. Der Schlafwagen wird zum Wachwagen. Bei dem Geschaukel ist nicht an Schlaf zu denken. Kiboko ist auch viel zu aufgeregt. Was mögen die nächsten Tage bringen?