Foto-
Kiboko

Madagaskar

Auf den Spuren der Lemuren

Madagaskar - Vorwort

Im Frühjahr 2009 war Kiboko auf der Suche nach einem spannenden Reise­ziel. Madagaskar mit den possier­lichen Lemuren war schnell im Fokus. Leider gab es in Madagaskar Un­ruhen mit Toten. Viele Reise­veranstalter haben Reisen ab­gesagt. Dann hat Kiboko eine Gruppen­reise gefunden. Aber es gab keine weiteren Buchungen. Der Reise­veranstalter war froh, über­haupt eine Reise durch­führen zu können. Somit war Kiboko die Gruppe. Die Reise konnte für Kiboko an­gepasst werden. Bade­tage wurden gegen Besuche in National­parks getauscht.

Reiseverlauf

Startpunkt ist Antananarivo. Von dort geht die Reise mit dem Gelände­wagen erst nach Osten in den Andasibe National­park. Dann geht es zurück nach Tana und weiter durch mehrere National­parks in den Süd­westen nach Toleare. Mit dem Flieger geht es wieder zurück nach Antananarivo.
Die folgenden Links führen Euch direkt zu den Reise­tagen.

Es geht los!

Der Wecker reißt Kiboko aus den tiefsten Träumen. Heute geht wieder ein Abenteuer los. Die letzte Afrika­reise ist gerade mal zwei Monate her. Aber Kiboko ist schon wieder auf Ent­zug. Schnell sind Safari-Klamotten an­gezogen und Wander­schuhe ge­schnürt. Die Abfahrt­zeit der Regional­bahn drängt. Der Foto­rucksack wird ge­schultert. Uff, der ist schwer. Das Köfferchen wird ge­schnappt. Wasser aus! Licht aus! Tür zu! Jetzt gibt es kein zurück mehr.

Auf zum Bahnhof

Kiboko wählt den kürzesten Weg durch das Gebüsch und über dem Haus­bahn­steig. Schon jetzt schmerzt der Foto­rucksack auf den Schultern. Die Regional­bahn trudelt gerade ein. Noch 10 Minuten bis zur Abfahrt. Kiboko braucht noch eine Fahr­karte.

Fahrkartenautomat

Mit flinken Fingern hangelt sich Kiboko durch die Menüs. Der Automat summt, brummt, klackert. Lichter gehen an und aus. Ein Nadel­drucker rattert. Auf dem Bildschirm erscheint:

Ticket entnehmen.

Wo ist das Ticket? Hier gibt es kein Ticket!!! Wutentbrannt tritt Kiboko gegen den Automaten.

Aua!!!!

Kiboko trifft nur den Beton­sockel. Das tut weh. Noch 5 Minuten bis zur Ab­fahrt. Ruhig bleiben! Kiboko wieder­holt die ganze Prozedur. Der Automat macht wieder das bekannte Summen, Brummen und Klackern. Dann kommt eine doppelt bedruckte Fahr­karte mit aus­gefressenem Ende heraus. Besser als nix! Auf dem Bild­schirm erscheint:

Störung!

Noch 2 Minuten bis zur Abfahrt. Kiboko hechelt hurtig durch die Unter­führung. Noch eine Minute! Kiboko flitzt die Treppe hoch. Das Nilpferd­herz pocht wild.

Abfahrtszeit

Schweißgebadet entert Kiboko die Regional­bahn. Da ertönt die Durchsage:

Sehr geehrte Fahrgäste! Wir warten noch auf Anschluss­reisende. Die Ab­fahrt verzögert sich um 5 Minuten.

Jetzt wird es mit der Umsteige­zeit in Mannheim knapp. Der ICE hat in Mannheim 10 Minuten Ver­spätung. Also alles in Butter. Dann geht es mit einem ICE der dritten Generation (403 028) im Sause­schritt nach Frankfurt.

ICE im Flughafenbahnhof von Frankfurt
Bild 1: ICE der dritten Generation 403 028 in Frankfurt Flughafen

Auf dem Flughafen

Die Schlange am Schalter ist kurz. Vor Kiboko müssen alle Reisenden das Hand­gepäck auf die Waage legen. Kiboko schwant böses. Eine lächelnde Dame winkt Kiboko an ihrem Schalter. Kiboko stellt brav sein Köfferchen auf die Waage. Die Waage zeigt 9kg an. Jetzt soll Kiboko den Foto­ruck­sack auf die Waage stellen. Der hat feder­leichte 17kg!

Das Lächeln bei der Dame ver­fliegt.
Ihr Gesicht wird bleich.

Dame: Das geht so nicht! Als Handgepäck sind nur 7kg erlaubt und der Ruck­sack muss ein­gecheckt werden.

Kiboko: Der Rucksack kann nicht eingecheckt werden. Da ist eine empfindliche Foto­ausrüstung drin. Diese kann Kiboko unmöglich der Koffer­unte­rwelt an­vertrauen.

Dame: Es ist Gesetz, ein Hand­gepäck­stück darf nicht mehr als 7kg wiegen. Der Ruck­sack darf nicht mit in die Kabine.

Kiboko: Der Wert der Foto­ausrüstung ist über 20.000 Euro. Das kann Kiboko unmöglich einchecken. Das ist von ihrer Versichung nicht abgedeckt.

Die Gesichtsfarbe der Dame ver­ändert sich in ein zartes rot.

Dame: Das kann sie verstehen. Aber es dürfen nur 7kg ins Hand­gepäck. Wenn schwere Gepäck­stücke in der Kabine herum­fliegen ist die Ver­letzungs­gefahr zu groß. Daher gibt es die Be­schränkung.

Kiboko: Ich kann ihren Stand­punkt verstehen. Aber dann kann ich bei Ihnen nicht mit­fliegen!

Kiboko sieht sich schon im ICE nach Hause statt im Flieger nach Afrika.
Die Gesichtsfarbe der Dame ist inzwischen dunkelrot.

Dame: Wenn ich bei Ihnen eine Ausnahme machen würde, würde sie sofort eine Ab­mahnung bekommen. Sie darf kein Hand­gepäck­stück über 7kg zulassen.

Die Reisenden an den Nachbar­schaltern gucken schon neugierig.
Die Dame hat Schweißperlen auf der Stirn.

Kiboko: Wenn ich zwei schwere Kameras aus dem Foto­ruck­sack heraus­nehme und einzeln trage, wäre das dann OK?

Dame: Wenn der Rucksack 7 kg hat, wäre das OK.

Kiboko nimmt zwei Knipskisten mit dem 24-70 und mit der Gorilla­hantel (200-400/4) heraus. Im Kopf wird die Masse addiert. Das reicht noch nicht. Schnell wickelt Kiboko noch das 70-200 in seinen Pullover ein. Das 105er und das 30er Objektiv werden jeweils in eine Hosen­tasche gestopft. Der Reise­führer ver­schwindet in der Bein­tasche. Die Gewichts­kraft zerrt am Gürtel. Die Hose rutscht. Aber jetzt müsste es reichen. Eine Kollegin prüft die Rucksack­masse an einem anderen Schalter: 7kg.

Dame: Stellen Sie den Rucksack wieder auf die Waage.

Jetzt sind es nur noch 6,5kg.
Die Dame lächelt wieder.

Kiboko bekommt die Bordkarte. Voll­behangen mit Foto­geraffel macht sich Kiboko mit rutschender Hose aus dem Staub. Warum gucken alle Leute so blöd? Haben die noch nie ein Nil­pferd mit zwei Foto­apparaten und aus­gebeulten Hosen­taschen gesehen? Mit einer Hand hält Kiboko die Hose fest, damit die Gewichts­kraft nicht über der Halte­kraft des Gürtels siegt.

Sicher ist sicher

In einer ruhigen Ecke wird das Foto­geraffel wieder in den Ruck­sack ver­staut. Beim Sicherheit­scheck kommt alles auf das Band. Die Taschen sind ent­leert. Dann geht Kiboko durch das Tor ohne Wieder­kehr.

Piiiiiiep!

Die Wanderschuhe müssen auf das Band.

Piiiiiiep!

Ooops, Kiboko hat den Geldgürtel vergessen. Der wird auch noch durch­leuchtet. Kiboko darf sich wieder an­ziehen.
Jetzt ist das Foto­geraffel dran. Spreng­stoff­test! Wieder muss Kiboko alles auspacken. Die Prozedur kennt Kiboko schon. Mit einem Tüchlein wird die Kamera­ausrüstung sauber­gewischt. Das Tüch­lein wird in eine Maschine gesteckt. Alles OK!
Immerhin bekommet Kiboko für die Start- und Lande­gebühr einiges geboten.

Abflug

Der Flieger, ein Airbus A340-600, wartet bereits auf Kiboko.

Flugzeug der South African Airlines wartet am Gate
Bild 2: Bereit zum Boarding. A340-600 der SAA in Frankfurt

Am Gate angekommen sind wieder die Damen vom Schalter aktiv. Damit es keinen Ärger gibt und Kiboko nicht gegen Gesetze ver­stößt, packt Kiboko die Knips­kisten wieder aus und hängt sie wieder um den Hals. Die Dame lächelt und lässt Kiboko in den Flieger. Nach einer Wanderung durch den Airbus A340-600 – der ist länger als ein Jumbo – kommt Kiboko endlich in Reihe 65 an. Netter­weise hat das Reise­büro einen Fenster­platz reserviert, der nicht über der Trag­fläche ist.

Die Gorilla­hantel parkt Kiboko zwischen den Beinen. Die andere Knipse legt Kiboko eben­falls im Fuß­raum ab. Der Kamera­gurt wird mit dem An­schnall­gurt vor dem Runter­fallen gesichert. So bleibt die Kamera stets griff­bereit. Der Sitz­abstand ist erstaunlich groß. Hier kann Kiboko sogar das Tischchen runter­klappen, ohne dass der Nilpferd­bauch im Weg ist. Dafür sind die Sitze etwas enger und der Nil­pferd­speck quetscht sich zwischen die Arm­lehnen. Der Sitz neben Kiboko bleibt frei.

Nach einer au­sgedehnten Stadt­rund­fahrt durch Frankfurt hebt der Flieger von der Start­bahn West ab. Zwischen den Wolken­schichten blinzelt die unter­gehende Sonne durch. Tschüß!

Blick aus dem Flieger auf die rechte Tragfläche, Wolken und orangenen Streifen am Himmel
Bild 3: Über den Wolken

Willkommensgruß

Wenig später gibt es einen afrikanischen Willkommen­gruß. South Africas National Beer. Ob 1895 das Mindest­haltbarkeits­datum ist? Prost!.

Goldfarbene Bierdose
Bild 4: Prost!

Flug in die Nacht

Eingezwängt zwischen Sitz­reihen, Arm­lehnen und Sicher­heits­gurt ver­sucht Kiboko in der Alu­röhre etwas Schlaf zu finden. Es summen die Motoren. Es dröhnt in Kibokos Ohren. Über den Wolken muss die Frei­heit wohl grenzen­los sein. Endlich ist Kiboko etwas am dösen als eine Frauen­stimme Kiboko schlag­artig in die Realität zurück­holt:

Biiief or Tschicken?

Nachdem Kiboko die schwierige Ent­scheidung getroffen hat, gibt es noch gratis einen leckeren süd­afrikanischen Rot­wein dazu. Aber an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Kiboko zieht sich noch zwei Filme rein: Ice Age II und ein viert­klassiger amerikanischer Spiel­film. Da kommt kein Afrikafeeling auf. Kiboko fühlt sich im Wach­koma. Die Nacht wird lang und läääääääääääääääääääänger.